Freilichtmuseum
Die Blütezeit der Heuneburg liegt in der frühkeltischen Eisenzeit (ausgehendes 7.- 5. Jahrhundert vor Christus). Die Grabungen haben ein einzigartiges, regionales Machtzentrum erschlossen – einen sogenannten Fürstensitz mit stadtähnlichen Bebauungsstrukturen und einer ca. 100 ha großen Vorburgsiedlung.
Die nördlich der Alpen einzigartige Wehrmauer aus luftgetrockneten Lehmziegeln, Weinamphoren aus dem Mittelmeerraum und Fragmente griechischer Tongefäße sind eindrucksvolle Zeugnisse für die vielfältigen Kontakte der Burgherren mit den Hochkulturen des Mittelmeerraumes im 6. und 5. Jahrhundert v.Chr.
Es spricht vieles dafür, dass die von dem griechischen Geschichtsschreiber Herodot im 5. Jahrhundert vor Christus erwähnte Stadt Pyrene, die in der Nähe des Donau-Ursprungs gelegen sein soll, mit der Heuneburg identisch ist.
Um das Wissen über diese Siedlung weiterzugeben und das Leben der Kelten vor über 2500 Jahren begreifbar zu machen, errichtete die Gemeinde Herbertingen in den Jahren 1998 bis 2001 das “Freilichtmuseum Keltischer Fürstensitz Heuneburg”.
Im Freilichtmuseum sind folgende Bauwerke zu sehen:
- Herrenhaus
- Lehmziegelmauer
- Wohnhaus
- Speicher
- Werkstattgebäude
Wohnhaus
Das Wohnhaus, ein Firstsäulenhaus ist 8,50 m lang, 5,60 m breit und etwa 5,40 m hoch. Das Dach dürfte mit Stroh gedeckt gewesen sein, bei einer Neigung von etwa 45 Grad. Die eingetieften runden Holzpfosten waren unmittelbar über dem Boden und im Wandbereich mit Querriegeln verbunden. Die Gefache wurden mit Bohlen oder Brettern ausgefüllt und waren auf den Außenseiten mit einem Lehm-Stroh-Gemisch verputzt. Der Fußboden bestand aus gestampftem Lehm. Eine Herdstelle ist vorauszusetzen. Die Inneneinrichtung muss sich an zeitgenössischen Darstellungen oder älteren Beispielen, etwa Befunden aus spätbronzezeitlichen Pfahlbauten orientieren, da die Grabungen nur wenige Hinweise auf die Raumaufteilung und das ehemalige Mobiliar ergeben haben.
Speicher
Beim Speicher handelt es sich um einen 3,40 m langen, 2,60 m breiten und etwa 3,40 m hohen Vierpfostenbau mit traufseitigem Eingang. Die Gefache waren mit Flechtwerk ausgekleidet und einem Lehmverputz versehen.
Werkstattgebäude
Das Werkstattgebäude ist 10,60 m lang, 7,40 m breit und etwa 5,50 m hoch. Es handelt sich um einen Pfostenbau, dessen Konstruktion und Dachdeckung der des Wohnhauses entspricht. Als Bauholz wurde hauptsächlich Eiche verwendet, daneben noch Buche und Weißtanne. Der Fußboden bestand aus gestampftem Lehm. Die Ofenanlagen, der Kamin und vor allem der kleinteilige Schmiedeabfall, der sich auf dem Lehmboden im Umkreis des Ofens fand – darunter angeschmolzene Bronzeteilchen – belegen, dass es sich um eine metallverarbeitende Werkstatt gehandelt hat.




