Archäologische Grabungen


15. Januar 2012


Die Keltenfürstin hütet ihr Geheimnis
Sensation im Keltengrab


Erde zu Erde, Staub zu Staub: Viel bleibt nicht übrig vom Menschen, wenn er 2500 Jahre im Boden liegt. Höchstens ein paar Knochenreste. Das ist auch bei der keltischen Fürstin nicht anders, die derzeit die Archäologen des Landesamts für Denkmalpflege in ihren Bann schlägt. Eigentlich gibt es sie materiell gar nicht mehr, sieht man von ein paar Skelettresten einmal ab. Das reicht kaum für genetische Analysen.

Trotzdem ist die Frau, die um das Jahr 580 vor Christus unweit vom heutigen Herbertingen an der Donau in eine hölzerne Grabkammer gelegt wurde, eigenartig präsent. Denn um ihren Hals und um ihre Hüfte, um ihre Hand- und Fußgelenke sowie an ihrer Kleidung trug sie edelsten Schmuck. Und der ­befindet sich auch nach Jahrtausenden noch dort, wo er ursprünglich lag. Die Perlen, Ringe und Spangen markieren quasi ihren Körper – ein Schemen, eingefasst in Bernstein und Gold… Den vollständigen Bericht auf www.stuttgarter-nachrichten.de können Sie hier lesen.



15. Januar 2012


Denkmalamt ergänzt Keltenausstellung im Schloss
Noch eine Goldperle


Das Landesamt für Denkmalpflege hat seine Ausstellung im Tübinger Schloss ergänzt. Es zeigt seit heute eine weitere Goldperle aus dem Fürstinnengrab von der Heuneburg… Den vollständigen Artikel auf www.tagblatt.de können Sie hier lesen.



23. Dezember 2011


Schöne Weihnachtsbescherung für Archäologen:
Ein Jahr nach der Bergung des Grabes der Keltenfürstin der Heuneburg weiterer spektakulärer Fund.


Das in einer spektakulären Aktion vor fast genau einem Jahr im Kreis Sigmaringen geborgene Grab der Keltenfürstin von der Heuneburg hat erneut einmalige Funde preisgegeben. Inzwischen liegen aus dem Grab, das von Spezialisten des Landesamtes für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart seit Monaten in minutiöser Kleinarbeit freigelegt wird, mittlerweile schon drei filigran verzierte Goldkugeln vor. Sie gehören zur prunkvollen Totentracht einer Frau, die um 580 v. Chr. in der Nähe der Heuneburg, der ältesten bekannten stadtartigen Siedlung Deutschlands, in einer ca. 16 m² großen Kammer aus gut erhaltenen Eichenhölzern bestattet wurde. Zu Ihrer Grabausstattung gehören weitere Perlen und Gewandspangen aus Gold, wertvoller Bernsteinschmuck, Pelze, Textilien und zahlreiche Holz- und Bronzeobjekte sowie reich verzierte Eberzahntrophäen, deren Funktion den Archäologen zur Zeit noch Rätsel aufgibt.


Rätsel gibt auch noch der Fund eines zweiten Skeletts auf, das sich in einer Ecke der Grabkammer fand und im Unterschied zur Keltenfürstin nur ärmlich ausgestattet worden ist. Ob es sich um eine untergebene Person, eventuell eine Magd handelt, die der Fürstin auf ihrem letzten Weg ins Grab folgen musste, müssen die weiteren Forschungen zeigen. Bisher sind nur Doppelbestattungen von Mann und Frau aus frühkeltischer Zeit bekannt. Das Grab der Keltenfürstin von der Heuneburg ist die älteste bisher bekannte entsprechende Prunkbestattung einer Frau aus keltischer Zeit und zeigt, dass Frauen schon in der frühkeltischen Gesellschaft eine viel bedeutendere gesellschaftliche Stellung innehatten als bisher angenommen.


Nach seiner noch bis mindestens in das Frühjahr dauernden Untersuchung wird das Grab auch Teil der großen Keltenausstellung des Landes Baden-Württemberg (ab September 2012) sein, außerdem ist es ein Schwerpunkt der landesweiten Veranstaltungen rund um das “Keltenjahr 2012″.


Quelle: Landesdenkmalpflege Baden-Württemberg



16. Dezember 2011


Keltische Doppelbestattung in einem Prunkgrab


Den Bericht des SWR finden Sie hier.



28. Dezember 2010


Keltisches Fürstengrab geborgen – Bedeutender archäologischer Fund


Ein keltisches Fürstengrab aus dem 6. Jahrhundert vor Christus ist kurz vor Jahresende auf unserer Gemarkung geborgen worden. Zwei Kräne hoben 80 Tonnen Erdmasse auf dem Gebiet der antiken Siedlung Heuneburg aus dem Boden, dann wurde das Grab auf einem Tieflader in ein Labor in Ludwigsburg geschickt. Es sei der wichtigste Fund aus der Zeit der Kelten in Baden-Württemberg seit 32 Jahren, sagte der Projektleiter Dirk Krausse. «Das Grab ist ein Meilenstein für die Rekonstruktion der Sozialgeschichte der Kelten.» Erstmals wurde auf dem Gebiet der Heuneburg ein Grab freigelegt, das sehr wahrscheinlich nicht geplündert wurde.


Bei Probegrabungen kam bereits Schmuck aus Gold und Bernstein zutage, der durch feuchten Boden recht gut erhalten ist. Mit weiteren Funden sei zu rechnen, wenn der Erdblock im Laufe des Jahres 2011 im Labor analysiert wird, sagte der Archäologe Krausse. Das Grab und seine Beigaben sollen 2012 in einer Kelten-Ausstellung in Stuttgart zu sehen sein.


Die Heuneburg an der Donau gilt als die vermutlich älteste frühstädtische Siedlung nördlich der Alpen. Auf hundert Hektar wohnten nach Angaben von Krausse bis zu 5000 Menschen. Etwa 470 vor Christus wurde der Fürstensitz durch einen Brand zerstört. Der Regierungspräsident von Tübingen, Hermann Strampfer, nannte die Heuneburg ein «schwäbisches Troja». Das verdeutliche der aktuelle Grabfund. Es seien erst 15 Prozent der früheren Siedlungsfläche untersucht worden. «Der Schatz liegt vielleicht noch unter uns.»


Der ehemalige keltische Fürstensitz Heuneburg im heutigen Landkreis Sigmaringen gilt als die älteste frühstädtische Siedlung nördlich der Alpen. Bis zu 5000 Menschen lebten nach Angaben des Antikenforschers Dirk Krausse auf einem Gebiet von 100 Hektar. In den Anfängen um 620 vor Christus war es den Angaben zufolge nur eine Ansammlung von Bauernhöfen, die zum Schutz nah aneinander gebaut wurden. Dann entstanden eine Burg und ein stadtähnliches Zentrum. Der Fürstensitz wurde zu einem wichtigen wirtschaftlichen und politischen Machtzentrum, das Handelsverbindungen zu griechischen Kolonien am Mittelmeer hatte.


Herodot schrieb im fünften Jahrhundert vor Christus von einer Stadt namens Pyrene, die an der Donau im Land der Kelten liege. Damit meinte Herodot nach Einschätzung des Archäologen Krausse vermutlich die Heuneburg. Etwa 470 vor Christus wurde die Siedlung durch einen Brand zerstört. In den folgenden Jahrhunderten wurde auf dem Gebiet keine andere Stadt errichtet, dadurch wurden die keltischen Überreste nicht «überbaut» und zerstört. Für Keltenforscher ist die Heuneburg daher eine unschätzbare Fundkammer. Nur etwa ein Sechstel der Fläche ist bislang erforscht. Das Keltenmuseum Heuneburg in der Gemeinde Herbertingen gewährt Einblick in das antike Leben im heutigen Süddeutschland.


Quelle: dpa/lsw



23. November 2011


Rückblick – Archäologische Grabungen auf der Heuneburg 2011



22. Dezember 2010


Pressemitteilung “Archäologische Denkmalpflege – spektakuläre Fundpräsentation auf der Heuneburg”



09. Dezember 2010


Rückblick – Grabungen auf dem Heuneburgplateau 2010



2007/2008


Neueste Erkenntnisse: Außensiedlung & monumentales Steintor


Die Grabungen der letzten Jahre haben ergeben, dass im Vorfeld der Heuneburg eine stadtartige Außensiedlung mit außerordentlich interessanten Siedlungsstrukturen gelegen hat, die derzeit etwa 100 Hektar groß ist. Sie wird eingefasst durch komplizierte Grabensysteme und liegt zum großen Teil in intensiv genutztem Ackerland. Durch die landwirtschaftliche Nutzung und die hiermit verbundene langsame aber stetige Erosion ist diese ungewöhnliche stadtartige Anlage in ihrem Bestand gefährdet. Die Denkmalpflege versucht, hier dagegen zu lenken.


Im Jahr 2005 wurde zudem in der Vorbefestigung der Heuneburg das Fundament eines monumentalen Steintores aufgedeckt, an dessen Erhaltung und Einbeziehung in das bestehende Freilichtmuseum von verschiedenen Seiten großes Interesse besteht. Zur dauerhaften Sicherung des Steintores soll die Errichtung eines Schutzbaus angestrebt werden.


Quelle: www.denkmalpflege-bw.de, Foto: LAD, Otto Braasch


Begeben Sie sich auf eine Flugreise zur Heuneburg bzw. zum Steintor und schauen Sie sich hier den Film der Denkmalpflege an.



Forschungsgeschichte des frühkeltischen Fürstensitzes Heuneburg 1876/77 – 2005


2005
wird das Kammertor (Steintor) entdeckt.


2001
wird das Freilichtmuseum auf der Heuneburg eingeweiht.


2000
wird die Heuneburg als “Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung” ins Denkmalbuch eingetragen. Regierungspräsident Dr. Hubert Wicker überreicht die Urkunde.


1998
beginnen die Arbeiten für den Bau des Freilichtmuseums auf der Heuneburg.


1985
wird in Hundersingen das Heuneburgmuseum eingeweiht.


1963-1979
Die Grabungen auf der Heuneburg werden als Projekt der Deutschen Forschungsgemeinschaft an der Universität Tübingen, Institut für Vor- und Frühgeschichte, weitergeführt. Professor Dr. Wolfgang Kimmig übernimmt die Leitung und kann Dr. Egon Gersbach für die Grabungen gewinnen. In dieser Zeit werden hauptsächlich im Süden der Heuneburg große Flächen untersucht.


1959
werden die Grabungen eingestellt.


1951
erscheint bereits ein erster Band mit den Ereignissen der beiden Grabungskampagnen von 1950; die Grabungen werden fortgesetzt; zahlreiche prominente Gäste können in dieser Zeit auf der Heuneburg begrüßt werden.


1950
beginnen die systematischen Grabungen auf der Heuneburg. Kurt Bittel beginnt mit einer Lehrgrabung im Juli 1950, der aber bereits im Oktober eine zweite Grabungskampagne folgt.


1921
führt Walter Veeck im Auftrag von Peter Goessler auf der Heuneburg erste gezielte Sondierschnitte durch. Es galt, Fundmaterial zur zeitlichen Bestimmung der Anlage zu gewinnen.


1876/77
Entdeckung und erste Grabungen in Hügel 1 – 3 der Gießübel-Talhau-Nekropole. Eduar Paulus d. Jüngere gräbt in Hügel 1 goldene Arm- und Halsringe aus und nennt die riesigen Grabhügel Fürstengräber. Die Heuneburg in Sichtweite der Grabhügel gelegen bezeichnet er als zugehörigen Fürstensitz.