Vortragsreihe Archäologie: Die Bedeutung der Heuneburg im Spiegel der aktuellen Ausgrabungen

Das Kreiskulturforum und die Gemeinde Herbertingen laden am Dienstag, 24. November 2009, 19.30 Uhr, zu einer Fortsetzung der Vortragsreihe „Die Vor- und Frühgeschichte im Landkreis Sigmaringen“ in den Elfriede-Scheeb-Saal im Pflegeheim in Herbertingen ein. Dr. Dirk Krauße, Landesarchäologe am Landesamt für Denkmalpflege in Esslingen, wird über „die Bedeutung des keltischen Fürstensitzes Heuneburg im Spiegel der aktuellen Ausgrabungen“ berichten. Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei.


Die Heuneburg gehört seit den großen Grabungen der 1950er bis 1970er Jahren zu den wissenschaftlich bedeutendsten und am besten erforschten prähistorischen Fundstätten Mitteleuropas. Die Ausgrabungen der letzten Jahre, die sich auf die Vorburg, die Außensiedlung und die Umgebung der Heuneburg konzentrierten, haben erneut sensationelle Ergebnisse geliefert. Erst durch die aktuellen Grabungen konnte bewiesen werden, dass die Siedlung um die Heuneburg im 6. Jh. v. Chr. eine Ausdehnung von ca. 1 km2 besaß. Zudem haben die neuen Ausgrabungen gezeigt, dass die mächtigen Befestigungswälle und Grabenwerke im Vorfeld der Heuneburg nicht – wie lange Zeit von der Forschung angenommen – im Mittelalter, sondern schon vor 2600 Jahren gebaut worden sind. Neu entdeckte reiche Grabfunde und bisher rätselhafte Schaft- und Menschenknochenfunde im Umfeld der Heuneburg ergänzen das Bild. Damit ist die Heuneburg die älteste bekannte stadtartige Siedlung nördlich der Alpen und eine vollkommen einmalige archäologische Fundstätte in einer überaus reichen archäologischen Landschaft, die auch zukünftig noch manche Überraschung für die Forschung bereit halten wird.