10 Jahre Bautätigkeit auf der Heuneburg

Am 22.06.2008 blickte die Gemeinde Herbertingen in einem Festakt im Herrenhaus auf die zehnährige Bautätigkeit im Freilichtmuseum zurück. Bürgermeister Michael Schrenk nahm die Feier zum Anlass, um allen, die sich in der Vergangenheit für die Heuneburg eingesetzt und sich engagiert haben, zu danken. Besondere Erwähnung fanden die Handwerker, die auf der Heuneburg ihr Können unter Beweis gestellt haben. Fazit:


“Wir haben Beachtliches geleistet und Einzigartiges geschaffen!”


Auch bei diesem Jubiläum standen die Fragen der Trägerschaft und der langfristigen Konzeption im Mittelpunkt. Die Bedeutung der Heuneburg wird immer größer. Der Ruf nach dem Engagement des Landes Baden-Württemberg wird immer lauter.

Lesen Sie hierzu einen in der Schwäbischen Zeitung veröffentlichten Kommentar:


Ohne Land bringt nur ein Bündel was

Zehn Jahre Bautätigkeit im Freilichtmuseum Heuneburg: Ein Grund, nicht nur Rückschau auf eine Erfolgsgeschichte zu halten, sondern vor allem auch nach vorne zu blicken, denn die Gemeinde Herbertingen kann dauerhaft alleine den Unterhalt (und womöglich weiteren Ausbau) der Museen nicht stemmen.

Angesichts der inzwischen erkannten europäischen Bedeutung der Heuneburg muss ein Fortbestand der beiden Museen dauerhaft gesichert sein. Dass dies die Gemeinde Herbertingen trotz eifrigsten Bemühens nicht alleine stemmen kann, ist klar. Offensichtlich ist aber auch: Die lange Zeit erhoffte Lösung – das Land Baden-Württemberg steigt mit ein – wird wohl bis zum Sanktnimmerleinstag nicht kommen. Es ist daher gut und wichtig, über ein ganzes Bündel alternativer Maßnahmen nachzudenken. Die Bewerbung um den Titel “Unesco-Welterbestätte” ist ein erster solcher Schritt. Dem müssen weitere folgen: Die engste Vernetzung mit benachbarten Museen sowie mit anderen Keltenmuseen in Europa, ein stets den Spagat zwischen wissenschaftlichem Anspruch und blanken Kommerz schaffendes Veranstaltungsprogramm, die gezielte touristische Bewerbung der zwei Heuneburgmuseen durch regionale Tourismus-Experten sowie eine noch stärkere Verankerung der archäologischen Sensation im Bewusstsein der hiesigen Bevölkerung.

Doch damit nicht genug: Es muss ein vor allem dauerhaft tragbares Finanzierungskonzept her. So lobenswert es ist, dass die Gemeinde Herbertingen die Kosten der Heuneburgmuseen überwiegend alleine stemmt, aber da müssen finanzstarke Partner her: einerseits durch die öffentliche Hand (EU, Bundesregierung, Land, Landkreis), andererseits aber auch durch Partner in der freien Wirtschaft, die dauerhaft mit Geld ein Fortbestand der Heuneburg sichern und dabei ausreichend Gespür für die historische Dimension der Anlage haben, um zu wissen, aus der Heuneburg kein Disneyland machen zu können. Und nicht zuletzt hilft den Heuneburgmuseen vor allem eines: Wenn die Herbertinger Bevölkerung und viele andere Menschen aus der ganzen oberschwäbischen Region sie so oft wie möglich besuchen.